Buchkommentare Kleiner Bruder und Lost Symbol

Mein letzter Buchkommentar auf diesem Blog ist schon wieder etwas her. Das heisst natürlich nicht, dass ich in der Zwischenzeit nichts (privates) gelesen hätte … So sind unter anderem “Shadow Puppets”, “First Meetings” und “Rebekah” von Orson Scott Card von meinem Still-Too-Read-Stapel ins Bücherregal gewandert. Alles gewohnte Card-Qualität! Besonders spannend ist dabei “First Meetings” in dem u.a. die Zeit vor Ender beschrieben wird, konkret wie sich Enders Eltern kennen gelernt haben. Aber irgendwie hatte ich nicht genug Musse, auch noch etwas dazu zu schreiben.

Im Urlaub habe ich mir nun “Kleiner Bruder” von Sven Regener und
“The Lost Symbol” von Dan Brown vorgenommen.

“Kleiner Bruder” ist der dritte Band der “Herr Lehmann”-Reihe. Diese hat mich gleich von Anfang an fasziniert – ich habe mit “Neue Vahr Süd” angefangen – und nachdem ich einige Zeit in Bremen gelebt habe und auch gewisse Bundeswehrerfahrung hatte, die genauen Beschreibungen von Bremen und vom Grundwehrdienst genossen. “Kleiner Bruder” spielt nun in Berlin und beschreibt das (West-)Berlin der 1980er vermutlich ähnlich gut. Allerdings entfaltet sich das volle Potential vermutlich erst Berlin-Kennern. Das heisst natürlich nicht, dass das Buch nicht auch für Nicht-Berlin-Kenner wie mich lesenswert wäre. Vor allem schließt es die erzählerische Lücke zwischen “Neue Vahr Süd” und “Herr Lehmann”.

“The Lost Symbol” ist das neueste Werk von Dan Brown. Wie “The Da Vinci Code” wird es auch wieder als “extraordinary international bestseller” ausgezeichnet. Und wieder wird Robert Langdon im Freimaurer-Millieu vor Rätsel gestellt – dieses mal in Amerika, konkret in Washington. Das Ganze ist gewohnt spannend geschrieben. So konnte ich nach dem ersten Kapitel das Buch kaum mehr zur Seite legen. Auch die Verflechtung verschiedener Erzählstränge ist dem Autor sehr gut gelungen. Gestört hat mich dabei nur die immer wieder bemühte verbohrte Skepsis des Protagonisten. Er ist doch sonst immer allem Unwahrscheinlichen gegenüber so offen. Dazu passt dieses ewige “das kann nicht sein / das kann es nicht geben” wirklich nicht. Trotzdem bis kurz vor Schluss ein wirklich lesbares Buch. Dann wirkt es aber leider so, als ob dem Autor die Seiten ausgegangen sind – es geht plötzlich alles sehr schnell und löst sich natürlich zum Besten auf. Echt schade, dass Dan Brown hier die begonnen Fäden nicht weiter ausgearbeitet hat.

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“Informing challenge” in der Wirtschaftsinformatik

In der Wirtschaftsinformatik wird ja schon seit längerem die Diskussion “rigor vs relevance” geführt. Dazu gehören meiner Meinung nach auch Beiträge wie “Der Zehnkampf des Hochschullehrers” vom Wirtschaftsinformatiker Peter Mertens. Mit den Fallstudienaktivitäten in meiner Gruppe tendiere ich ja auch etwas zum “Relevance-Lager” ;-)

Beim Aufarbeiten meines Still-to-read-Stapels habe ich eben einen sehr spannenden Artikel zu diesem Thema gelesen, den ich hier empfehlen und kurz kommentieren möchte: “Gill G, Bhattacherjee A. Whom are we Informing? Issues and Recommendations for MIS Research from an Informing Sciences Perspective. MIS Quarterly. 2009;33(2):217-235.”

This paper provides an introspective assessment of the current state of management information systems as a research discipline using the “lens” of the informing sciences. Based on this assessment, we observe that the degree to which MIS research is informing its key external clients – practitioners, students, and researchers in other disciplines – has declined over the years. This problem is particularly acute with respect to informing practitioners. Unfortunately, practitioner support may be critical in making up for lost resources caused by declining student enrollments. Despite this dire prognostication, we believe that it is possible to reverse this trend. Drawing upon cognitive science and diffusion of innovations research, we analyze the source of the problem and then present five recommendations aimed at leading MIS journals, scholars, and professional societies for improving the ability of MIS research to engage and inform its external clients.

Der Artikel ist also in einem der Leuchttürme des “Rigor-Lagers”, dem MISQ erschienen. Er behandelt aber die Entwicklungen in der Wissenschaftsdisziplin MIS und der Zeitschrift MISQ sehr kritisch. So thematisiert er insbesondere das Problem, dass MIS (zumindest in den USA) den Kontakt zu den Praktikern verliert. U.a. zeigen die Autoren dies daran auf, an wie vielen MISQ-Artikeln Praktiker beteiligt sind – ein Trend, der nach Hochphasen inzwischen die Null erreicht hat.

Neben der schön geführten Diskussion, die auch auf nationale Unterschiede eingeht und dabei die deutsche Wirtschaftsinformatik besonders herausstellt, gefällt mir an dem Beitrag aber besonders, dass das Problem klarer herausgearbeitet wird als in anderen Beiträgen.

So stellen die Autoren drei Herausforderungen dar, denen sich eine Wissenschaftsdisziplin stellen muss:

  • “Research challenge” – Welche Fragen sollen beantwortet werden und wie soll dabei vorgegangen werden?
  • “Resource challenge” – Wo bekommt man die Finanzierung her, die für die Forschungsaktivitäten notwendig ist?
  • “Informing challenge” – Wie stellt man sicher, dass die Forschungsergebnisse zu den “Kunden” gelangen?

Als Kunden bei der “Informing challenge” werden sowohl Studierende, WIssenschaftler aus anderen Disziplinen als auch Praktiker gesehen. Und bei all diesen Zielgruppen geht die Sichtbarkeit von MIS-Ergebnissen zurück.

Die Autoren argumentieren, dass die “Informing challenge” die am schlechtesten verstandene Herausforderung (in der Wirtschaftsinformatik) ist und dass hier noch viel Arbeit notwendig ist. Fallstudien und die (Weiter-)Entwicklung der Fallstudienmethodik werden als ein Lösungsbeitrag genannt. Und da sind wir wieder am Anfang, d.h. bei (unseren) Aktivitäten wie www.e20cases.org und KoFoBIS. Die Probleme mit Fallstudien zur Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse werden inzwischen in verschiedenen Beiträgen diskutiert/relativiert (z.B. in Flyvbjerg B. Five Misunderstandings About Case-Study Research. In: Seale C, Gobo G, Gubrium JF, Silverman D Qualitative Research Practice.Vol 12. London: Sage; 2004:420-434.). Unabhängig davon bleibt aber der Fakt, dass sich Fallstudien und Geschichten allgemein viel besser zur Kommunikation von Erkenntnissen, also zur Adressierung der “Informing challenge” eignen als andere Darstellungen. Da ist zwar noch viel zu tun, aber wir sind wohl auf dem richtigen Weg.

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Besuch in der Bayerischen Staatskanzlei

Der Freundeskreis Fregatte Bayern e.V., für den ich als 2. Vorsitzender tätig bin, hat die Frau unseres bayerischen Ministerpräsidenten Karin Seehofer zum ersten Ehrenmitglied ernannt. Zu diesem Anlass durfte ich letzten Donnerstag die Bayerische Staatskanzlei besuchen – um mit anderen Kollegen aus Vorstand und Verein die Urkunde zu überreichen. Folgendes Photo zeigt die anwesenden Vorstandsmitglieder mit Frau Seehofer (v.l.n.r. Florian Kluge, Jonny Kraft, Karin Seehofer, Rudi Peterke, Michael Koch).

Die Veranstaltung war echt nett – und Frau Seehofer sehr sympathisch. Einziges Manko war, dass wir aufgrund der Belegung von vielen Räumen durch die “Olympia-Krise” in einen unklimatisierten Besprechungsraum ausweichen mussten – bei den 30Grad+-Temperaturen und “verschärftem Dresscode” etwas lästig …

Hier noch ein Link auf den Beitrag zur Veranstaltung auf den Webseiten des Freundeskreises mit einem Interview mit Frau Seehofer zum Anlass der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.

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The Cloud und Collaboration mit dem Mac/iPad/iPhone – Part 2

Ende März habe ich unter dem Titel The Cloud und Collaboration mit dem Mac u.a. meine Erfahrungen zum Synchronisieren verschiedener Daten zwischen verschiedenen Macs (und auch meinem iPhone) beschrieben. Ein wichtiger Punkt, der bei mir damals noch offen war, waren meine Feeds – also wie ich mein RSS-Feeds auf unterschiedlichen Macs lesen kann und Neueinträge aber auch die Information darüber, was ich schon gelesen habe und was nicht zwischen den Rechnern austauschen kann. Nachdem ich inzwischen auch stolzer Besitzer eines iPads bin – und da auf jeden Fall auch meine Feeds lesen will, habe ich mich dem Thema nun endlich mal angenommen.

Feeds – die erste

Auf facebook habe ich schon zum ersten Artikel den Kommentar bekommen, dass ich doch einen online-Reader nutzen sollte – z.B. Google Reader. Aber irgendwie war ich damals noch nicht bereit dazu …

Ich habe mir Google Reader inzwischen mal angeschaut und muss sagen, dass ich schon früher darauf hätte umsteigen sollen. Allein die schöne Übersichts-/Statistik-Funktion finde ich das wert.

Feeds – noch besser

Irgendwie bin ich aber doch noch ein Freund von Rich Clients – Deswegen habe ich mich mal im Mac-Software-Umfeld umgesehen und bin auf Gruml gestossen, eine Mac-Anwendung, die sich mit Google Reader synchronisiert. Egal wo man die Feeds ergänzt oder liest, die Änderung taucht auch auf der anderen Seite auf. Gruml hat noch Verbesserungspotential (insbes. bei der Geschwindigkeit der Synchronisation), bietet aber schon jetzt eine schöne alternative (und besser aufgeräumte als im Google Reader) Sicht auf meine Feeds.

Das ist vielleicht auch der Hauptgrund, warum ich Rich Clients noch bevorzuge: Den Entwicklern gelingt es meist immer noch die Möglichkeiten des Gerätes und dessen Bedienung besser auszunutzen als mit Web-Anwendungen (trotz Ajax und Co).

Auf iPhone und iPad könnte man Google Reader nun auch über Safari nutzen … aber auch hier bevorzuge ich Rich Clients mit besser aufgeräumter Benutzungsoberfläche.

Nach kurzer Recherche im AppStore kam heraus, dass sich fast alle Nutzer einig sind, dass “Reeder” DIE App dafür ist – sowohl auf dem iPhone aus auch neuerdings auf dem iPad: http://reederapp.com/.

Meine Wertung nach kurzer Nutzung: Sie haben Recht! Ich bin inzwischen sogar dazu übergegangen Feeds bevorzugt auf dem iPad zu lesen – selbst wenn ich einen Mac direkt daneben habe.

Sonstige iPad-Ergänzungen zu Teil 1

Ich nutze natürlich auch Dropbox und Evernote auf dem iPad. Alles sehr schöne Adaptionen auf das iPad. Und bei Mendeley warte ich noch auf die iPhone/iPad-App … soll bald kommen …

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26. Juni 2010: Tag der offenen Tür der Universität der Bundeswehr München

Am 26. Juni 2010 lädt die Universität der Bundeswehr München zum Tag der offenen Tür ein. Die Besucher tauchen in diesem Jahr auf dem Campus in die „Welt der Wissenschaft und Technik“ ein.

Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fachrichtungen

  • öffnen ihre Labore
  • präsentieren ihre Projekte
  • erklären ihre Forschung

Ausserdem gibt es ein attraktives Rahmenprogramm, z.B. um 11:15 Uhr eine Wissenschafts-Show in der TV-Moderator und Physiker Dr. Joachim Bublath experimentiert und referiert über das „Ende der Naturwissenschaften?“ (Geb. 33, Audimax).

Weitere Information und das Programm finden Sie unter http://www.unibw.de/welt-der-wissenschaft/.

Meine Arbeitsgruppe präsentiert in Halle 109 ihre CommunityMirror-Anwendung.

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The Cloud und Collaboration mit dem Mac

Um meine Computer nicht dauern mit mir rumschleppen zu müssen habe ich (wie vielleicht viele andere auch) inzwischen einen für das Büro und einen für zu Hause … Und nachdem bei mir Arbeit und Freizeit nicht so klar zu trennen ist, brauche ich dieselben Daten auf beiden. Dazu kommt, dass ich in verschiedenen Konstellationen mit anderen zusammen arbeite – und dazu digitale Teamraumlösungen benötige (siehe auch …), deren Inhalte natürlich auch auf den verschiedenen Rechnern und natürlich auch offline verfügbar sein sollten.

Hier eine kurze Dokumentation dessen, was ich zu den Anforderungen gefunden und ausprobiert habe – und dazu, welche Probleme noch offen sind.

The Cloud

Zuerst dazu, meine eigenen Daten auf verschiedenen Rechnern (auch offline) verfügbar zu machen.

Dateien

Als erstes war hier eine Lösung für meine Dateien gefragt. Ich habe erst mal .Mac ausprobiert – das war mir aber nicht gut genug mit dem Dateisystem integriert. Bei der nächsten Lösung, die ich probiert habe, bin ich schließlich hängen geblieben: Dropbox.

Nach der Installation auf einem Rechner stellt Dropbox das Verzeichnis “/Users/XXX/Dropbox” zur Verfügung, dessen Inhalte (Unterverzeichnisse und Dateien) auf den Dropbox-Server gesichert werden sobald der eigene Rechner online ist. Dabei kann man mit den Dateien und Unterverzeichnissen arbeiten wie mit lokalen Verzeichnissen. Vom Dropbox-Server werden Änderungen dann zu anderen Rechnern, auf denen man sich mit seiner Dropbox-Kennung angemeldet hat, übertragen, sobald diese online sind. Dabei gibt es keinen Master. Änderungen können auf jedem Rechner vorgenommen werden, auf dem man sich mit seiner Dropbox-Kennung anmeldet.

Ich habe also alle wichtigen Verzeichnisse in den Dropbox-Ordner geschoben und arbeite damit wie gewohnt. Wenn ich einen Rechner runter fahre, dann muss ich an gar nichts besonderes denken – Wenn der Rechner vorher am Netz war, dann hat Dropbox automatisch alle Änderungen auf dem Server gesichert. Wenn ich dann an einem anderen Rechner weiter arbeite, dann sind die Dateien dort sofort verfügbar.

Neben dieser sehr gut funktionierenden und transparenten Möglichkeit, Dateien zu replizieren, bietet Dropbox noch ein Web-Interface und natürlich eine iphone-Applikation zum Zugriff auf die Dateien.

Notizen

Beim Finden meiner Arbeitsweise habe ich gemerkt, dass ich neben Dateien noch einfach nutz- und durchsuchbare digitale Notizzettel brauche. Diese nutze ich für Einkaufslisten, Todo-Listen, Protokolle und vieles mehr. Ich habe dabei erst mal die lokalen Fähigkeiten von MacOS sowie verschiedene lokale Wikis ausprobiert. Das aktuelle Werkzeug meiner Wahl ist Evernote.

Evernote liefert die Cloud-Funktionalität gleich mit. Jede mit dem lokalen Evernote-Client editierte Notiz wird auf den Server gesichert – und von dort aus auf andere Evernote-Clients geladen, die sich mit derselben Benutzerkennung angemeldet haben.

Dabei ist der Client wirklich sehr benutzerfreundlich. Neben dem Client für offline-Arbeit gibt es natürlich auch einen Web-Client und eine iphone-Applikation. Mit letzterer kann man zwar keine Notizen editieren, aber neue Notizen erstellen. Eine Funktionalität, die ich nutze, wenn ich “on the road” mal schnell etwas notieren möchte.

Literaturreferenzen

Für meine Arbeit an der Universität brauche ich eine Literaturdatenbank zur Speicherung von Metadaten zu Literaturreferenzen sowie von Volltexten (normalerweise PDF-Dateien). Ich habe dazu lange mit Endnote gearbeitet. Und mit Dropbox könnte man Endnote sehr gut auf verschiedenen Rechnern nutzen. Ich habe Endnote aber inzwischen zu Gunsten eines speziellen Cloud-Dienstes für Literaturreferenzen aufgegeben: Mendeley.

Wie Dropbox und Evernote stellt Mendeley sowohl eine offline-nutzbare Client-Anwendung als auch einen Web-Zugang zu den zwischen Clients und Servern replizierten Daten zur Verfügung.

E-Mail

Auch meine E-Mail sollte auf allen Rechnern verfügbar sein. Das war am einfachsten: Sowohl IMAP- als auch Exchange-Postfächer lassen sich inzwischen problemlos auf verschiedenen Macs und dem iphone einbinden.

Hier musste ich eigentlich nur darauf achten, dass ich meine E-Mail-Ablagen nicht als lokale Mailboxen anlege, sondern entweder auf einem IMAP oder einem Exchange-Server verwalte.

Kontakte, Kalender

Schwieriger war das mit meinen Kontakten und Kalendern. Dabei machte ich es mir natürlich besonders schwer dadurch, dass ich nicht nur Exchange-Kalender und -Kontaktlisten haben wollte, sondern auch noch native-iCal und Adressbook-Daten behalten wollte. Es war also eine Lösung gesucht, die lokale Adressbücher und Kalender zu anderen Macs repliziert. Nach vielen mehr oder weniger erfolglosen Versuchen (u.a. auch eine Synchronisation über Google Mail) bin ich hier bei Fruux hängen geblieben. Funktioniert bestens.

Bookmarks

Schließlich fehlen noch Bookmarks. Hier habe ich mich gleich für eine Gruppenarbeits-taugliche Lösung entschieden und verwalte meine Bookmarks auf delicious. Mit speziellen Bookmarks in Safari und Firefox kann man einfach angezeigte Seiten bei delicious eintragen.

Was fehlt noch?

Aktuell fehlt mir eigentlich nur noch eine Lösung zur Replikation meiner RSS-Feeds (und des aktuellen Standes des Lesens dieser Feeds). Ich nutze lokal Vienna als Feedreader. Eine einfache Lösung wäre es, die Konfiguration (und Feedliste) von Vienna in einem Dropbox-Verzeichnis zu speichern und so zwischen Rechner auszutauschen. Allerdings erlaubt Vienna kein einfaches Ändern des Verzeichnisses in dem die Daten gespeichert sind.

Collaboration

Einige der für mich selbst genutzten Dienste kann man auch für einfache Collaboration im Team nutzen:

  • Dropbox erlaubt das Freigeben von Dateien für den öffentlichen Zugriff und das Definieren von zusätzlichen Zugriffsrechten auf Verzeichnisse
  • Delicious erlaubt das Austauschen von Bookmarks im Team und natürlich das Informiert-Bleiben über Bookmarks, die andere Teammitglieder speichern

Aber es wird noch mehr, einfacher zu bedienendes gebraucht für die Unterstützung von Teamarbeit … Hier eine unvollständige Liste dazu, was ich mir in diesem Zusammenhang angesehen habe bzw. einsetze.

Dateien

In den Projekten und Unterorganisationen, in denen ich aktiv bin, werden unter anderem folgende Lösungen für den gemeinsamen Dateiaustausch eingesetzt:

  • Windows Shared File System (CIFS)
  • Basic Support for Collaborative Work (BSCW)
  • Alfresco
  • Subversion Versionsmanager

Die Dateien in all diesen Lösungen würde ich gerne für die Offline-Nutzung auf meine Rechner kopieren, dort transparent ändern können und Änderungen möglichst transparent wieder auf die Dienste zurückspiegeln. Das klappt leider meist nur unvollständig.

Für alle Dateisysteme, die ich auf meinem Mac lokal mounten kann (das gilt eigentlich für alle oben genannten), nutze ich aktuell das Werkzeug Unison um die Dateien offline verfügbar zu machen. Nachdem die Replikation nicht immer ohne Fehler läuft, muss man das Werkzeug leider immer von Hand starten. Da suche ich noch eine bessere Lösung.

Kalender / Kontakte

Hier haben wir viel mit Synchronisation zu und von Google ausprobiert – z.B. mit dem Werkzeug Spanning Sync. Ausserdem haben wir verschiedene Groupware-Tools, z.B. eGroupware ausprobiert. Das war aber alles nicht voll befriedigend. Im Ende sind wir im Team nun doch wieder bei einem Exchange-Server angekommen.

 

Mehr zu den Diensten, die wir zur Unterstützung von Zusammenarbeit nutzen in einem späteren Post. Kommentare und Anregungen zu den hier aufgeworfenen Herausforderungen sind natürlich immer willkommen – insbesondere eine Lösung für das offline-Verfügbarmachen von gemounteten Verzeichnissen …

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Digitale Verdrängung

Im Online-Angebote der Süddeutschen Zeitung gab es Anfang dieser Woche einen interessanten Beitrag in vierzehn Teilen zum Titel “Vom Internet Verweht – Digitale Verdrängung”.

Im Beitrag werden zu vierzehn Themen die aktuelle Entwicklung (kurz und prägnant) dargestellt und jeweils eine Prognose abgegeben. Natürlich sind die Aussagen teilweise trivial bzw. die Darstellung ist etwas überzeichnet, die Sammlung der vierzehn betrachteten “Themen” und der dazugehörigen Prognosen finde ich aber trotzdem sehr interessant:

  • Telefonbücher werden auch in Deutschland aus Kostengründen nur noch auf Wunsch verteilt werden.
  • Handschrift wird weiterhin in der Schule gelehrt, doch im Alltagsgebrauch spielt sie für die jüngere Generation bald kaum mehr eine Rolle. Die fehlende Übung wird zudem das Schriftbild der meisten Menschen immer unlesbarer machen.
  • Familienabende gibt es weiterhin – jedoch werden diese unabhängig vom Fernsehprogramm stattfinden. Videostreaming und das gemeinsame Konsolenspiel werden das Ritual der festen Fernsehzeit ablösen.
  • Respekt vor Autoritäten: Die Transparenz des Internets macht einstige Instanzen zu Menschen – und damit entsprechend angreifbarer. Wir werden uns daran gewöhnen.
  • Konzentration: Die “MTV-Generation” der neunziger Jahre wird uns bald wie ein Kloster voller Zen-Mönche vorkommen. Die zerstückelte Aufmerksamkeit wird auch unser Denken massiv verändern, das schnelle Prüfen kleiner Informationshappen auf ihre Relevanz entwickelt sich zum zentralen Punkt unserer Wahrnehmung.
  • Überraschungen bei Klassentreffen: Durch die digitale Vernetzung wird jede Status-Aktualisierung zu einem kleinen Klassentreffen. Wir altern gemeinsam.
  • Fanzines: E-Zines oder Sammelblogs haben Fanzines bereits heute weitestgehend verdrängt. Einfacher zu bedienende Web-Editoren werden deren Layout künftig noch individueller gestaltbar machen.
  • Urlaub im Unbekannten: Die minutiöse Planung des Urlaubs über das Netz lässt keinen Platz für Überraschungen – bald wissen wir schon vor der Anreise, welche Hobbys der Portier unseres Hotels hat.
  • Faxgeräte: Sobald sich ein Standard für den rechtssicheren Versand von E-Mails entwickelt hat, dürften Faxgeräte zum Elektroschrott gehören
  • Videotheken: Sobald Komplettsysteme im Heimentertainment-Bereich bezahlbar sind, dürften es Videotheken vor allem in Gegenden mit guter Breitbandverbindung sehr schwierig haben.
  • Platten- und CD-Läden: Platten- und CD-Läden werden nicht aussterben, aber in wenigen Jahren ein Nischendasein fristen oder zu Hörcafés mit Download-Möglichkeit werden.
  • Schulbücher: In wenigen Jahren dürften Schulkinder ihre Bücher digital erhalten – das entsprechende Lesegerät könnte auch als Schreibgerät fungieren, wodurch auch Schulhefte überflüssig würden.
  • Privatsphäre: In den USA wird Privatsphäre bereits in Kürze keine Rolle mehr spielen. Europäer sind vorsichtiger, dennoch sind über den Einzelnen bald immer mehr Informationen im Netz auffindbar. Wer im Netz nicht existiert, wird bei potentiellen Arbeitgebern künftig Misstrauen erwecken.
  • 15 Minuten Ruhm: Jeder kann künftig blitzschnell in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken – und genauso schnell wieder daraus verschwinden.

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Der Zehnkampf des Hochschullehrers

Das Jahr 2009 war geprägt von einer intensiven Diskussion der aktuellen Universitätsreformen in der Lehre – Stichwort Bachelor/Master. Dabei ging fast unter, dass in den letzten Jahren eine andere Umwälzung an den Universitäten in Gange ist – Stichwort Elitefindung und leistungsgerechte Bezahlung. Zentral dabei ist die Evaluation von Universitäten und Universitätsprofessoren. Und auch wenn da viel über die Qualität von Lehre geschrieben wird, so gibt es an Unis eigentlich nur ein Maß, welches von der Politik gepusht und von den Hochschulleitungen willig übernommen worden ist: Die Menge und Qualität von Veröffentlichungen (nach ganz bestimmten Bewertungsmassstäben / Rankings).

In diesem Zusammenhang wird immer wieder gerne auf den englischsprachigen Raum verwiesen, in dem das ja schon seit langem “erfolgreich” praktiziert wird, und an dem man sich orientieren muss. Wenn man aber etablierte Mitspieler aus dem amerikanischen Hochschulsystem fragt, wie sie die aktuellen Entwicklungen in Deutschland finden (z.B. hinsichtlich Kriterien bei Berufungen), dann hört man von denen, dass das mal wieder “typisch Deutsch” sei. Nirgendwo sonst ist alles so auf eine Kennzahl fokussiert wie bei uns.

Prof. Dr. Peter Mertens von der Universität Erlangen Nürnberg hat sich dieses Themas angenommen und ein sehr schönes Essay dazu verfasst, das er am 9.11.2009 an der WU Wien vorgetragen hat:

zehnkampf-des-hochschullehrers.pdf

Die zehn Disziplinen, die Mertens identifiziert, und von denen häufig leider nur eine massiv als Kennzahl zur Bewertung herangezogen wird, sind:

  1. Lehre, Betreuung von Studierenden, darunter Beschaffung von Praktikantenplätzen im In- und Ausland
  2. Erarbeiten von Lehrbüchern und anderen Lehrmaterialien
  3. Forschung und Ergebnistransfer in die Wissenschaft – Veröffentlichung in wissenschaftlichen Organen, auch international, Kongresse
  4. Forschung und Ergebnistransfer in die Praxis – Veröffentlichung in Praktikerorganen, Vorträge, (MBA-)Kurse, Kooperationsprojekte, Patente, Lizenzen
  5. Forschung und Ergebnistransfer in Politik und Gesellschaft – Mitwirkung in Gremien, Politikberatung, Auftritt in Medien
  6. Standortförderung, Hilfe bei Unternehmensgründung („Spin-offs“) und deren Nutzung für die Ausbildung von Studierenden
  7. Selbstverwaltung in der Universität
  8. Selbstverwaltung in der Fachgemeinschaft – Gremien, Herausgeberkreise von Fachzeitschriften, vielfältige Gutachten
  9. Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses
  10. Drittmittelakquisition

Ganz vollständig ist diese Liste meiner Meinung nach leider auch noch nicht. Es fehlt mir eine elfte Disziplin, die auch viel Energie und Erfahrung erfordert: “Projekt- und Personalmanagement”. Man könnte argumentieren, dass das doch “nur” ein Unterpunkt zu “10) Drittmittelakquisition” sei. Ich sehe aber einen deutlichen Unterschied zwischen der Akquise von Projekten und deren erfolgreicher und effizienter Durchführung (und des damit verbundenen Zeit/Ressourcen und Personalmanagements).

Interessant finde ich neben der Fokussetzung auf wenige dieser Disziplinen in den Bewertungsmaßstäben auch die Fokussetzung beim Aus- und Weiterbildungsangebot für Hochschullehrer. Wo – ausser vielleicht am guten Vorbild der eigenen akademischen Lehrer – lernt man denn an heutigen Universitäten etwas zu effizientem Management, zu Lehre oder zu gutem Ergebnistransfer in die Praxis und Gesellschaft? Aber das hängt ja zusammen – eine andere Anreizsetzung würde auch zu einer veränderten Nachfrage und einem veränderten Angebot bei diesen Punkten führen.

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Freundeskreis Fregatte Bayern

Heute mal ganz was anderes: Vergangenen Freitag haben wir hier in München einen Freundeskreis für die Fregatte Bayern gegründet.

Das Land Bayern hat schon seit längerem die Patenschaft für die Fregatte (zur Taufe reiste damals extra Frau Stoiber an) – eine besondere Unterstützung der Mannschaft durch das “Bayerische Volk” gab es bisher aber noch nicht. Das haben wir durch die Vereinsgründung geändert! Und passend zum “Volk” fand die Gründungsversammlung und die Festveranstaltung danach auch im Bayerischen Landtag statt.

Die Gründungsveranstaltung war wirklich nett: Viele Vertreter der Bayerischen Politik, eine achtköpfige Delegation der Fregatte und auch andere Marinevertreter waren anwesend. Die Bayerische Marine lebt! ;-)

Weitere Informationen zum Freundeskreis und auch zur Gründungsveranstaltung sind auf http://www.fregattebayern-freunde.de/ zu finden.

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Strukturierung von Groupware und Social Software

Wenn über den Nutzen von Groupware und heute vor allem von Social Software gesprochen und geschrieben wird, dann werden immer Klassifizierungen gebraucht, welche die verfügbaren Tools bzw. die in den Tools verfügbaren Funktionalitäten etwas strukturieren und das Feld so übersichtlicher machen. In letzter Zeit sind mir viele dieser Strukturierungen begegnet – bzw. ich habe sie benutzt – Grund genug mal zusammenzufassen und gegenüberzustellen was es da so gibt und was ich als sinnvoll erachte.

Beginnen wir mit Groupware allgemein.

1) Groupware-Dreieck nach Art der Interaktion (nach Teufel 1995) – die drei Ks

  • Kommunikation
  • Koordination – Unterstützung der Auflösung von Abhängigkeiten (frei nach Malone 1988)
  • Kooperation – Gemeinsame Artefakte

2) In der Definition des Feldes Open Research haben wir die drei Dimensionen um eine weitere ergänzt:

  • Informationsdistribution
  • Kommunikation
  • Koordination
  • Zusammenarbeit

Grund für die Ergänzung war, dass mit den drei Ks meist direkte Interaktion gemeint ist – es fehlt also eine Möglichkeit zur Zusammenarbeit / zum Austausch durch indirekte Interaktion – und dafür wurde dann “Informationsdistribution” eingeführt. Natürlich kann man das auch als Kommunikation oder gar als (sehr lose gekoppelte) Zusammenarbeit auf einem gemeinsamen Informationsraum sehen.

3) Social Software-Dreieck

  • Inhalte – auch Arbeit an gemeinsamen – aber eher jeder trägt unabhängig etwas zu Inhalten bei
  • Kommunikation
  • Identität

Hier vereinigen sich also Informationsdistribution, Koordination und Zusammenarbeit zu “Inhalten” und es wird die Identität (also die Selbstdarstellung) ergänzt – dem Fokus auf die Personen in erfolgreicher Zusammenarbeit folgend.

Während die drei Kategorisierungen helfen zu sehen, was möglich bzw. wichtig ist, helfen sie oft nicht besonders dabei konkrete Werkzeuge einzuordnen / auszuwählen. Das zeigt sich auch in der Darstellung: zumindest die dreier-Klassifizierungen werden meist als Dreieck mit jeweils einer Ausprägung pro Ecke dargestellt – Werkzeuge werden dann irgendwo im Dreieck platziert. Um eine konkretere Einordnung zu erlauben wurden verschiedene funktionale Klassifikationen für Groupware vorgestellt, z.B. von (Borghoff und Schlichter 2000). Ein Beispiel einer solchen Klassifikation ist die von (Gross und Koch 2008):

4) Funktionale Klassifikation für Groupware (Gross und Koch 2008):

  • Awarenessunterstützung
  • Kommunikationsunterstützung
  • Koordinationsunterstützung
  • Teamunterstützung – Fokus auf gemeinsame Informationsräume und Dokumente (Gruppeneditoren) (direkte Kommunikation)
  • Communityunterstützung – Fokus auf Finden von Personen und Information (indirekte Kommunikation)

5) Ich selber verwende in meiner CSCW-Vorlesung aktuell zusätzlich noch folgende Klassifizierung für den Bereich von Groupware bis hin zu Social Software

  • E-Mail + Gruppenkalender
  • Teamräume – Dokumente sind nur Black Box
  • Gemeinsame Informationsräume, Gruppeneditoren – Auch Delicious, YouTube, Wikipedia etc.
  • Kommunikationsorientierte gem. Informationsräume / Kommunikationsräume – Foren, Mailinglisten + Archiv, Blogs (Mehrzahl!)
  • Awarenessdienste / Social Networking Services – Fließender Übergang von kommunikationsorientierten gemeinsamen Informationsräumen (z.B. Microblogging)
  • Synchrone Kommunikationsdienste (Text/Audio/Videokonferenzen)
  • Meeting-Support / Group-Decission-Support (GDSS)
  • Koordinationsdienste – Gruppenkalender et al., Umlaufmappen, Workflow, …

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